Warum deine Augen besonders gefährdet sind
Epoxidharze, besonders der Härter, enthalten ätzende oder reizende Stoffe, die das Auge sofort angreifen können. Schon ein Tropfen genügt: Er verteilt sich im Tränenfilm, reizt die Bindehaut und kann im schlimmsten Fall die Hornhaut dauerhaft schädigen. Besonders riskant sind das Umfüllen und Mischen, das Gießen aus großen Gebinden und das Schleifen.
Große Gebinde sind tückisch. Harz ist zäh wie Honig: Du wartest, kippst ein wenig, und plötzlich kommt ein ganzer Schwall. Der Härter ist meist dünnflüssig und schießt schon bei einem kleinen Kippwinkel heraus. Einzelne Tropfen können dabei bis ins Gesicht spritzen.
Welche Brille wirklich schützt
- Nicht geeignet: normale Seh- oder Sonnenbrillen, Lesehilfen und Halbbrillen ohne Seitenschutz.
- Nur Grundschutz, nicht spritzdicht: Überbrillen und einfache Schutzbrillen mit Seitenschutz.
- Guter Schutz: eine Schutzbrille mit umlaufender Dichtung (EN 166, Kennzeichnung „3“). Sie hält auch seitliche Spritzer und Dämpfe besser ab.
- Vollmaske mit integriertem Sichtfeld: Sie schützt Atemwege und Augen zugleich, sofern sie mit geeigneten Filtern bestückt ist und richtig sitzt.
Trägst du eine Brille, nutzt du einen Brilleneinsatz für die Vollmaske oder eine Schutzbrille, die über deine Brille passt.
Harz im Auge: sofort spülen
Harz oder Härter im Auge ist ein augenärztlicher Notfall. Spül sofort mit sauberem, lauwarmem, fließendem Wasser, mindestens 15 Minuten ohne Pause. Such nicht erst nach einer besonderen Spüllösung. Halte das Auge weit offen, wenn nötig mit Hilfe einer zweiten Person, und lenk das Wasser vom inneren Augenwinkel nach außen zur Schläfe, damit nichts ins andere Auge gelangt. Kontaktlinsen nimmst du nur heraus, wenn das leicht geht, und spülst weiter. Spül lieber zu früh als zu spät, auch wenn du nicht sicher bist, ob etwas ins Auge gekommen ist.
Keine Augentropfen, Salben, Hausmittel oder „Gegenmittel“. Geh direkt nach dem Spülen zum Augenarzt oder in die Notaufnahme. Nimm das Sicherheitsdatenblatt mit, zumindest aber Produktname und Hersteller. Beschwerden wie Brennen, Schleiersehen oder Rötung können verzögert auftreten.
Deine Notfallstation
Viele Resin-Künstler arbeiten allein. Deshalb gehört eine gut gekennzeichnete Augenspülflasche direkt an den Arbeitsplatz, dazu ein freier Weg zum nächsten Waschbecken. Die Nummern von Augenarzt, Giftnotruf und nächster Notaufnahme hängst du vorher gut sichtbar auf oder speicherst sie im Handy. Die Sicherheitsdatenblätter liegen ausgedruckt in der Nähe. Arbeitest du allein, sag jemandem Bescheid, dass du mit Harz arbeitest und wann du fertig sein willst.
Häufige Fragen
Epoxidharz ins Auge bekommen: Was tun?
Spüle sofort mit sauberem, lauwarmem, fließendem Wasser, mindestens 15 Minuten ohne Pause. Halte das Auge weit offen, wenn nötig mit Hilfe, und lenke das Wasser vom inneren Augenwinkel nach außen; Kontaktlinsen nimmst du nur heraus, wenn das leicht geht, und spülst weiter. Keine Augentropfen, Salben oder Hausmittel, und danach sofort zum Augenarzt oder in die Notaufnahme, mit dem Sicherheitsdatenblatt oder zumindest Produktname und Hersteller.
Reicht meine normale Brille als Schutz bei Epoxidharz?
Nein. Normale Seh-, Sonnen- und Lesebrillen schützen nicht, und Schutzbrillen mit Seitenschutz sind nur ein Grundschutz, nicht spritzdicht. Wenn du eine Brille trägst, nutzt du einen Brilleneinsatz für die Vollmaske oder eine Schutzbrille, die über deine Brille passt.