Resin Art · Buch

Safe Resin Art

Für alle DIY-Anwender und Profis, die mit Epoxidharz arbeiten

Mein Warum

Glänzend. Faszinierend. Und doch riskant.

Epoxidharz erobert Social Media. In unzähligen Videos wird das Arbeiten mit Resin als simples DIY-Projekt dargestellt, vergleichbar mit Backen oder Basteln: Harz und Härter zusammenkippen, bunte Pigmente einrühren, in die Form gießen und aushärten lassen. Fertig ist das glänzende Kunstwerk. Doch dieser Eindruck täuscht.

Was fehlt in diesen viralen Clips? Der Atemschutz. Die Schutzhandschuhe. Die Warnung vor den Gefahren.

Und genau da beginnt meine Mission …

Zwei Exemplare von Safe Resin Art von Natalie Pikul, Vorder- und Rückseite

Warum habe ich dieses Buch geschrieben?

… weil ich Menschen kenne, die mit Epoxidharz nicht mehr arbeiten dürfen, da sie eine Kontaktallergie entwickelten.

… weil ich täglich in meiner Arbeit erlebe, wie entscheidend der richtige Umgang mit chemischen Stoffen ist und wie schnell aus Unwissenheit ein Risiko wird.

… weil ich durch meine Instagram- und TikTok-Feeds scrolle und dabei Content Creator sehe, die in Küchen, Kinderzimmern oder Wohnzimmern mit Epoxidharz arbeiten. Ohne Maske. Ohne Handschuhe. Ohne zu wissen, was sie da eigentlich in den Händen halten. Nicht aus Leichtsinn, sondern weil ihnen das nötige Fachwissen fehlt.

Meine Superkraft

Meine Superkraft? Ich zerlege Komplexes in Einfaches. Ich finde Struktur im Chaos. Ich mache aus Fachwissen Praxiswissen.

Als Wirtschaftsingenieurin kann ich komplexe Sachverhalte schnell erschließen, Zusammenhänge und Wechselwirkungen erkennen sowie methodisch und planvoll vorgehen. Als IHK-zertifizierte Ausbilderin (AEVO-Schein) kann ich schwierige Inhalte einfach erklären und weiß, wie man Wissen verständlich vermittelt. Und als Resin-Künstlerin? Da bin ich eine von euch. Same struggles! Ich kenne die klebrigen Finger, die verpatzten Projekte und die Sucht nach dem perfekten Pour. Diese einzigartige Mischung aus Fachwissen, pädagogischer Kompetenz und kreativer Praxis macht dieses Buch besonders. Mein Ziel ist es, dir genau das Wissen zu geben, das du brauchst. Verständlich erklärt, praxisnah aufbereitet und ohne Fachchinesisch.

Was dich erwartet

Dieses Buch gibt dir Einblicke, die sonst nur Fachleuten vorbehalten sind. Hier fließt das Wissen aus der Produktion und dem Labor zusammen mit meiner künstlerischen Praxis. Die Welt der Kreativen kenne ich nicht nur von außen, ich bin selbst Teil der Resin-Art-Szene. Ich weiß, wie erfüllend diese Kunst sein kann und wie wichtig es ist, dabei auf sich zu achten.

Dieses Buch ist meine Einladung an dich: Gestalte deine Kreativität bewusst. Mit Respekt vor dem Material. Mit Fürsorge für dich selbst.

Safe Resin Art ist kein „Angstmacher“. Es ist ein Aufklärungsbuch.

Dieses Buch soll keine Angst machen, sondern aufklären. Nicht, um dir den Spaß an der Kunst zu nehmen, im Gegenteil: Du sollst gesund, sicher und mit voller Freude kreativ sein können.

Geschrieben habe ich es, weil ich die Risiken kenne und weiß, wie viele Menschen ohne das nötige Wissen mit Epoxidharz arbeiten. Dabei setzen sie sich selbst und oft auch andere Menschen Gefahren aus, die mit dem richtigen Wissen leicht vermeidbar wären. Dieses Buch zeigt dir, wie du deinen kreativen Weg als Resin-Künstler achtsam und mit Verantwortung gestaltest, ohne Angst, aber mit fundiertem Wissen.Denn wer versteht, was er tut, kann frei und selbstbestimmt entscheiden.Und genau das wünsche ich dir: Freiheit durch Wissen.

Für wen ist dieses Buch?

Dieses Buch ist für dich, wenn du:

  • Mit der Resin Art beginnen möchtest, aber von Anfang an bewusst und sicher arbeiten willst.
  • Du gießt schon länger, aber spürst: Da geht noch mehr. Mehr Schutz, mehr Wissen und mehr Verantwortung.
  • Dein Wissen weitergeben willst: an Follower, Schüler, Kunden, Workshopteilnehmer.
  • Das Material liebst und es gleichzeitig mit Respekt betrachtest.

Ich glaube, Kunst darf glänzen, aber nicht, wenn sie dich krank macht. Resin kann transformieren, aber nur, wenn wir es richtig verstehen. Und genau deshalb brauchen wir mehr Aufklärung, mehr Haltung und mehr Verantwortung in der Resin-Art-Community.

Safe Resin Art, Cover und aufgeschlagene Doppelseite mit der Resin-Art-Community und den Porträts der Künstler
Ein Netzwerk, das trägt

Aus einzelnen Stimmen wird eine Bewegung

Dieses Buch ist nicht nur mein Projekt. Es ist ein Gemeinschaftswerk. Ich habe gezielt über 25 Künstler und Woodworker aus der Szene eingeladen, daran mitzuwirken. Darunter sind international bekannte Creator mit großer Reichweite. Aber auch Experten mit tiefer Fachkenntnis, die online weniger sichtbar, dafür umso wertvoller in ihrem Wissen sind. Sie alle teilen in exklusiven Interviews ihre Arbeitsroutinen, ihre Sicherheitsmaßnahmen und ihre persönlichen Tipps, direkt aus der Praxis.

Instagram
1 Million Follower
TikTok
mehr als 400.000 Follower

Mit einer gemeinsamen Reichweite von 1 Million Follower auf Instagram sowie mehr als 400.000 Follower auf TikTok setzen wir ein Zeichen für sichere Resin Art.

Zahlen laut Buch, Stand Erscheinung.

Ich bin dankbar für jedes einzelne Interview, für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, und für den Zusammenhalt dieser kreativen Community.

Denn echte Veränderung beginnt nicht allein, sondern gemeinsam.

Alle Künstler im Buch

Du willst Resin Art machen?

Dann tu es. Mit Hingabe. Mit Freude. Aber bitte tu es sicher.
Und genau dabei begleite ich dich. Schritt für Schritt.

Von Herzen,
Deine Natalie

Rezensionen

Was Leser sagen

Öffentliche Stimmen von Lesern auf Instagram, mit Namen und Link zum jeweiligen Profil.

Probeblättern

Echte Doppelseiten aus dem deutschen Buch. Blättern kannst du mit den Pfeilen, per Wischen, mit der Tastatur oder mit Klick auf die Seite.

  • Übersicht und Inhaltsverzeichnis: Das erwartet dich in diesem Buch
    Übersicht und Inhaltsverzeichnis, Seiten 3 bis 4
  • Kapitelanfang Chemie verständlich mit türkisfarbenem Resin-Untersetzer über die Doppelseite
    Kapitelanfang, Chemie verständlich, Seiten 19 bis 20
  • Kapitelanfang Wer darf nicht mit Epoxidharz arbeiten, mit herzförmigem Resin-Untersetzer
    Kapitelanfang, Wer darf nicht mit Epoxidharz arbeiten, Seiten 41 bis 42
  • Doppelseite mit Resin-Werken in Lila, Weiß und Gold
    Bilddoppelseite, Resin-Werke in Lila, Seiten 17 bis 18
  • Interview mit Roger Jungo, Resin Artist aus Niederbipp, Schweiz
    Interview, Roger Jungo, Seiten 129 bis 130
  • Kapitelanfang Produktsicherheit und Qualität
    Kapitelanfang, Produktsicherheit und Qualität, Seiten 107 bis 108

Tipp: Klick auf eine Seite oder auf „Vergrößern“, dann kannst du sie groß lesen. Blättern geht mit den Pfeilen.

Formate

Hier bekommst du das Buch

Wähle dein Format und deinen Lieblingsshop.

Safe Resin Art im Alltag

Safe Resin Art auf einem Holztisch mit Holzschale und Notizbuch
Safe Resin Art als Flatlay auf dem Schreibtisch mit Tee und Trockenblumen
Hände halten Safe Resin Art hoch

Im Buch

  • Wie Epoxidharz wirkt, und warum Mischen nach Volumen chemisch falsch ist
  • Wer nicht mit Epoxidharz arbeiten sollte, und warum
  • Atemschutz, der wirklich schützt, und wie du ihn auswählst
  • Haut, Handschuhe, und was zu tun ist, wenn Harz auf die Haut kommt
  • Augenschutz und Erste Hilfe
  • Pigmente, Feinstaub, Schleifen und Polieren, ohne dir zu schaden
  • Lüftung, Lagerung, Entsorgung und Werkstatteinrichtung
  • Einblicke und Tipps von mehr als 25 Resin Artists und Woodworkern

Auch auf Englisch

Cover der englischen Ausgabe von Safe Resin Art

Die englische Ausgabe gibt es als E-Book bei Amazon Kindle sowie als PDF und EPUB bei Gumroad.

Die Künstler in diesem Buch

Mehr als 25 Resin Artists aus der internationalen Community teilen in diesem Buch ihre Erfahrung.

Kostenlos zum Herunterladen: die vier Sicherheits-Checklisten

Die Checklisten aus dem Buch zum Ausdrucken, kostenlos für alle: vor dem Gießen, während des Arbeitsprozesses, nach dem Gießen und die Spezial-Checkliste.

Sicherheits-Checklisten herunterladen (PDF, Deutsch)

Alle Gratis-Tools an einem Ort: Free Tools

FAQ

Fragen zu Epoxidharz und zum Buch

Die Fragen, die sich jeder stellt, der mit Epoxidharz arbeitet, beantwortet direkt aus Safe Resin Art.

Beantwortet von Natalie Pikul, Autorin von Safe Resin Art, Wirtschaftsingenieurin und Resin-Künstlerin. Jede Antwort stammt aus dem Buch und nennt die Fundstelle.

Epoxidharz verstehen

6 Fragen
Was ist Epoxidharz, einfach erklärt?

Epoxidharz ist ein Kunststoff aus zwei flüssigen Teilen, dem Harz (Komponente A) und dem Härter (Komponente B), die nach dem Mischen chemisch reagieren und fest werden. Dabei verbinden sich die Epoxidgruppen des Harzes mit den Aminen des Härters zu einem dreidimensionalen Netz. Heraus kommt ein fester Kunststoff, ein sogenannter Duroplast. Dieser Prozess lässt sich nicht rückgängig machen: Ausgehärtetes Epoxidharz kann man nicht wieder schmelzen oder auflösen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 21 bis 22.

Wie lange muss Epoxidharz trocknen?

Genau genommen trocknet Epoxidharz nicht, es härtet durch eine chemische Reaktion aus. Diese Reaktion setzt Wärme frei, und je nach System können Dämpfe entstehen, deshalb brauchst du auch dann Schutz, wenn das Werk scheinbar nur „trocknet“. Wie lange es dauert, hängt vom Harz ab: grob 12 bis 24 Stunden bei Top-Coat-Harz, 24 bis 48 Stunden bei Standard-Gießharz, 48 bis 72 Stunden bei Deep-Pour-Harz und 5 bis 7 Tage bei Ultra-Deep-Pour-Harz. Die genauen Zeiten stehen im technischen Datenblatt, und seine volle Festigkeit erreicht ein Werk oft erst nach etwa einer Woche.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 27, 30 und 40; Kapitel 9, Seite 112.

Was ist der Unterschied zwischen Epoxidharz, UV-Harz und PU-Harz?

„Harz“ ist ein Sammelbegriff, Epoxidharz ist nur eine Gruppe davon. PU-Harz (Polyurethan) passt für stark beanspruchte Flächen wie Böden und Möbel und braucht Atemschutz, der für Isocyanate geeignet ist. UV-Harz härtet unter UV-Licht aus und passt nur für dünne Schichten und kleine Projekte wie Schmuck. Meist ist es ein Acrylat, und viele Acrylate können die Haut sensibilisieren. Schutzausrüstung brauchst du bei allen drei Harzarten.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 36.

Ist Epoxidharz giftig oder gesundheitsschädlich?

Flüssig und beim Verarbeiten kann Epoxidharz deiner Gesundheit schaden, richtig gemischt und vollständig ausgehärtet gilt es als chemisch stabil. Flüssig können viele Bestandteile von Harz und Härter die Haut sensibilisieren und über die Haut aufgenommen werden, und manche Härter wirken zusätzlich ätzend; was dein Produkt enthält, steht im Sicherheitsdatenblatt. Beim Verarbeiten und während der Aushärtung können je nach System flüchtige Bestandteile in die Luft gelangen, die Augen, Nase und Atemwege reizen und sensibilisieren können. Ausgehärtet ist es erst nach Tagen bis Wochen, deshalb stellst du ein frisch gegossenes Werk mindestens eine Woche lang nicht in Wohn- oder Schlafräume, und Härte oder fehlender Geruch allein beweisen keine vollständige Aushärtung.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 38; Kapitel 3, Seite 47; Kapitel 4, Seite 55; Kapitel 7, Seite 94; Kapitel 10, Seite 123.

Ist Epoxidharz krebserregend?

Die üblichen Grundbausteine von Epoxidharz sind laut ECHA nicht als krebserzeugend eingestuft, wohl aber als hautsensibilisierend. Ob dein Produkt krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe enthält, sogenannte CMR-Stoffe, steht im Sicherheitsdatenblatt. Achtung bei Zusätzen: Manche Azofarbstoffe in Pulverpigmenten können sich im Körper in aromatische Amine umwandeln, von denen einige Krebs auslösen können. Gießpulver mit Quarz können lungengängigen kristallinen Quarzstaub enthalten, der Silikose und Lungenkrebs verursachen kann. Ich empfehle dafür Absaugung und eine gut sitzende FFP3-Maske.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 8, Seite 104 bis 105; Kapitel 9, Seite 110; Lexikon, Seite 219.

Woran erkenne ich ein gutes und sicheres Epoxidharz?

An vollständigen Unterlagen: Ohne vollständiges Sicherheitsdatenblatt verwendest du ein Epoxidharz nicht. Das Sicherheitsdatenblatt nennt Gefahren, Erste Hilfe, Schutzausrüstung und Entsorgung, und seriöse Hersteller geben es ohne Zögern heraus. Achte auf REACH-konforme, klar deklarierte Rohstoffe und lass dir schriftlich bestätigen, dass der Härter frei von Nonylphenol ist, das manche 1:1-Härter enthalten. Der Preis allein sagt wenig über die Sicherheit, prüf lieber die technischen und Sicherheitsdatenblätter.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 9, Seite 109 bis 111.

Gesundheit und Schutz

16 Fragen
Welche Maske brauche ich für Epoxidharz?

Welcher Atemschutz nötig ist, hängt von deinem Epoxidharz, den Zusatzstoffen und dem Sicherheitsdatenblatt ab. Meine Empfehlung für Resin-Art-Arbeiten ist eine Halb- oder Vollmaske mit passenden Wechselfiltern, zum Beispiel A2P3, ein Kombifilter für organische Dämpfe und Partikel: A2 hält viele organische Dämpfe mit einem Siedepunkt über 65 °C zurück, P3 filtert 99,95 % der Partikel. A2P3 passt aber nicht zu jedem Harz, Härter, Spray oder Lösemittel, entscheidend sind das Sicherheitsdatenblatt und die Angaben des Masken- und Filterherstellers. Eine Vollmaske schützt zusätzlich deine Augen vor reizenden Dämpfen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 60 bis 61.

Reicht eine FFP2- oder FFP3-Maske bei Epoxidharz?

Nein, FFP-Masken filtern nur Partikel, keine Dämpfe. Die chemischen Dämpfe aus Epoxidharz gehen durch sie hindurch wie durch ein offenes Fenster. FFP3 ist zwar die höchste Klasse der Partikelmasken und filtert mindestens 99 % der Partikel, gibt beim Gießen aber eine falsche Sicherheit. Beim Schleifen und beim Umgang mit Pulvern ist eine gut sitzende FFP3-Maske dagegen ein sinnvoller Partikelschutz.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 60; Kapitel 8, Seite 104.

Wie prüfe ich, ob meine Maske beim Epoxidharz dicht sitzt?

Mit einer Dichtsitzprüfung, jedes Mal, wenn du die Maske aufsetzt. Ein gängiges Beispiel: Filteröffnungen mit den Händen abdecken und sanft einatmen; die Maske muss sich leicht ans Gesicht ziehen und dort bleiben, solange du die Luft anhältst. Klappt das nicht, richtest du die Maske neu aus, ziehst die Bänder nach und wiederholst die Prüfung. Haare, Make-up, fettige Cremes und Bart oder Bartstoppeln an der Dichtlinie verhindern den Dichtsitz, und die Anleitung deines Herstellers hat immer Vorrang.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 62.

Wann muss ich den Filter meiner Epoxidharz-Maske wechseln?

Nach einem festen Wechselplan, nicht erst, wenn du etwas riechst. Wie lange ein Gasfilter hält, hängt von der Konzentration der Dämpfe, von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und deiner Atmung ab; maßgeblich sind die Angaben des Filterherstellers. Riechst du trotz richtig sitzender Maske Dämpfe, verlässt du sofort den Arbeitsbereich und wechselst den Filter nur an sauberer Luft. Schreib das Öffnungsdatum mit wasserfestem Stift auf den Filter.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 63 und 65.

Ist geruchsarmes Epoxidharz ungefährlich?

Nein, auch geruchsarmes Epoxidharz kann beim Aushärten Stoffe abgeben, die reizen oder der Gesundheit schaden. Dein Geruchssinn ist kein verlässliches Warnsystem: Viele Stoffe sind kaum oder gar nicht zu riechen, auch bei Produkten mit der Aufschrift „geruchsarm“ oder „VOC-arm“. Außerdem gewöhnt sich die Nase schnell an einen Geruch, obwohl die Konzentration in der Luft gleich bleibt. Arbeite deshalb immer mit guter Lüftung, Atemschutz und nach den Sicherheitsdatenblättern.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 56 bis 57.

Kann ich Epoxidharz kurz ohne Maske mischen?

Nein, auch kurze Arbeitsschritte zählen zu deiner Gesamtbelastung. Stell dir deinen Körper wie ein Fass vor: Jede ungeschützte Minute lässt ein wenig hineintropfen, bis irgendwann ein einziger Tropfen reicht und es überläuft. Entscheidend ist nicht nur die Menge pro Tag, sondern die Summe über Wochen, Monate und Jahre. Eine Sensibilisierung folgt dabei keinem vorhersehbaren Countdown.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 58.

Epoxidharz-Dämpfe eingeatmet: Was tun?

Hör sofort auf zu arbeiten und geh an die frische Luft. Fühlst du dich unwohl, hol dir sofort ärztlichen Rat, nimm das Sicherheitsdatenblatt mit und halte die Notfallnummern bereit, auch die des Giftnotrufs. Dämpfe aus Epoxidharz können Nase, Rachen und Augen reizen und Husten, Heiserkeit oder ein Kratzen im Hals auslösen. Riechst du trotz Maske Dämpfe, verlässt du den Arbeitsbereich und prüfst Filter und Dichtsitz erst an sauberer Luft.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 4, Seite 55 und 65; Checkliste Nr. 4, Seite 189.

Welche Handschuhe brauche ich für Epoxidharz?

Nimm Chemikalienschutzhandschuhe aus Nitril oder Butyl, geprüft nach EN ISO 374, und prüf sie gegen das Sicherheitsdatenblatt deines Produkts. Dünne Einweghandschuhe sind nur Spritzschutz: Wird so ein Handschuh benetzt, wechselst du ihn sofort. Latex ist laut GESTIS für typische Härter nicht geeignet, dünne Vinyl-Einweghandschuhe schützen nur kurz, und Leder- oder Stoffhandschuhe schützen gar nicht. Ideal ist eine lange Stulpe. Bewährt ist das Doppeln: zwei Paar Nitrilhandschuhe, das äußere eine Nummer größer.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 5, Seite 71.

Epoxidharz auf die Haut bekommen: Was tun?

Hör sofort auf zu arbeiten und tupfe das Harz mit einem sauberen, trockenen Papiertuch ab, ohne zu reiben. Zieh verschmutzte Kleidung mit Schutzhandschuhen aus und spül die Stelle mindestens 5 Minuten unter fließendem, lauwarmem, nicht heißem Wasser, bei Härter oder Brennen mindestens 15 Minuten. Danach wäschst du mit milder Seife nach; maßgeblich ist Abschnitt 4 des Sicherheitsdatenblatts. Nimm niemals Aceton, Alkohol oder Lösemittel, sie können das Harz tiefer in die Haut tragen. Zeigen sich danach Rötung, Juckreiz, Bläschen oder Schwellung, geh zum Arzt.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 5, Seite 72.

Hautausschlag nach Epoxidharz: Was tun?

Geh zum Arzt, am besten zu einem Hautarzt mit Erfahrung bei Kontaktallergien, und nimm die Sicherheitsdatenblätter von Harz und Härter mit. Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Bläschen nach Kontakt können zeigen, dass deine Haut auf Epoxidharz reagiert; die Sicherheitsdatenblätter helfen dem Arzt, die chemische Zusammensetzung zu verstehen. Warte damit nicht: Eine einmal entstandene Sensibilisierung gegen Epoxidharz bleibt laut DGUV lebenslang. Der Ausschlag heilt ab, wenn du den Kontakt meidest, kommt aber beim nächsten Kontakt schnell wieder. Bevor du weiter mit Epoxidharz arbeitest, hol dir eine ärztliche Einschätzung.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 3, Seite 47; Kapitel 5, Seite 69 und 72.

Kann man von Epoxidharz eine Allergie bekommen?

Ja, viele Bestandteile von Harz und Härter können die Haut sensibilisieren, und diese Sensibilisierung bleibt laut DGUV lebenslang. Sie entsteht so: Reaktive Bestandteile dringen in die äußere Hautschicht ein, und dein Immunsystem lernt, sie als fremd zu erkennen, oft unbemerkt, ohne Brennen oder Jucken. Beim nächsten Kontakt kann die Haut mit Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Bläschen reagieren. Wiederholter Kontakt erhöht das Risiko, aber es gibt keinen vorhersehbaren Countdown, und nicht jeder wird sensibilisiert. Laut DGUV sind Epoxidharze einer der häufigsten Auslöser berufsbedingter allergischer Hauterkrankungen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 1, Seite 16; Kapitel 3, Seite 47; Kapitel 5, Seite 69.

Welche Schutzbrille brauche ich für Epoxidharz?

Zum Mischen, Gießen und bei jeder Spritzgefahr brauchst du eine dicht abschließende Chemikalienschutzbrille mit Rundum-Abdichtung oder eine Vollmaske. Gemeint sind Brillen nach EN 166 „3“ oder EN ISO 16321. Normale Korrektions-, Sonnen- oder Lesebrillen schützen nicht, und Schutzbrillen mit Seitenschutz sind nur ein Grundschutz, nicht spritzdicht. Wenn du eine Brille trägst, nutzt du einen Brilleneinsatz für die Vollmaske oder eine Schutzbrille, die über deine Brille passt.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 6, Seite 77.

Epoxidharz ins Auge bekommen: Was tun?

Spüle sofort mit sauberem, lauwarmem, fließendem Wasser, mindestens 15 Minuten ohne Pause. Halte das Auge weit offen, wenn nötig mit Hilfe, und lenke das Wasser vom inneren Augenwinkel nach außen; Kontaktlinsen nimmst du nur heraus, wenn das leicht geht, und spülst weiter. Keine Augentropfen, Salben oder Hausmittel, und danach sofort zum Augenarzt oder in die Notaufnahme, mit dem Sicherheitsdatenblatt oder zumindest Produktname und Hersteller. Die Nummern von Augenarzt, Giftnotruf und nächster Notaufnahme hängst du vorher gut sichtbar an deinen Arbeitsplatz.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 6, Seite 79 bis 81.

Dürfen Kinder mit Epoxidharz basteln?

Nein, Epoxidharz gehört nicht in Kinderhände, weder zum Basteln noch für Experimente, und meine Empfehlung lautet: kein Epoxidharz unter 18 Jahren. Beim Verarbeiten können flüchtige Bestandteile in die Luft gelangen, und reaktive Bestandteile können auch über die Haut aufgenommen werden und zu Sensibilisierungen führen. Gesetzlich regelt in Deutschland das Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 22) nur die Arbeitswelt: Jugendliche dürfen nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen ausgesetzt sind, mit engen Ausnahmen in der Ausbildung. Für zu Hause gibt es kreative Alternativen wie lufttrocknende Modelliermasse, Polymer-Ton oder ungiftige, wasserbasierte Acrylfarben.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 3, Seite 43 und 50.

Epoxidharz in der Schwangerschaft: Ist das gefährlich?

Es kann ein Risiko für dich und dein Kind sein, deshalb ist meine Empfehlung: in Schwangerschaft und Stillzeit kein Epoxidharz. Epoxidharze enthalten reaktive Stoffe, die beim Verarbeiten in die Luft gelangen und über die Haut aufgenommen werden können, und manche Inhaltsstoffe können als fortpflanzungsgefährdend eingestuft sein (siehe Sicherheitsdatenblatt). Im Arbeitsleben verbietet das Mutterschutzgesetz (§§ 11 und 12) Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen, etwa fortpflanzungsgefährdenden oder krebserzeugenden. Für dich zu Hause gilt das Gesetz nicht, meine Empfehlung bleibt trotzdem: Gönn dir diese Pause und sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 3, Seite 45.

Ich habe Allergien oder Asthma: Darf ich mit Epoxidharz arbeiten?

Hol dir vorher eine individuelle ärztliche Beratung. Das gilt bei bestehenden oder mehreren Allergien, bei chronischen Hauterkrankungen wie Ekzem, atopischer Dermatitis oder Schuppenflechte, bei chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD und bei Erkrankungen des Immunsystems. Viele Bestandteile von Harz und Härter können die Haut sensibilisieren; welche dein Produkt enthält, steht im Sicherheitsdatenblatt. Empfohlen wird eine Einschätzung durch Fachärzte, etwa aus Allergologie oder Arbeitsmedizin; nimm die Sicherheitsdatenblätter der geplanten Produkte mit.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 3, Seite 47.

Hinweis: Diese Antworten fassen das Buch zusammen und sind keine medizinische Beratung und keine Rechtsberatung. Bei Beschwerden geh zum Arzt und nimm das Sicherheitsdatenblatt mit.

Arbeitsplatz und Lüftung

4 Fragen
Darf ich Epoxidharz in der Wohnung verarbeiten?

Als dauerhafter Arbeitsplatz ist ein Wohnraum nicht geeignet; ideal ist ein Raum, der von deinem Wohnbereich getrennt ist. Küche, Wohn- und Schlafzimmer, feuchte Räume wie Bad oder Waschküche und das Kinderzimmer sind tabu. Gut geht ein separater, abschließbarer Raum, den du nur für Epoxidharz nutzt und der für Kinder und Haustiere klar tabu ist. Wenn überhaupt im Wohnraum, dann nur vorübergehend, mit voller Schutzausrüstung, aktiver Lüftung und für kleine Arbeiten wie Versiegeln oder Farben mischen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 7, Seite 85, 87 und 91.

Wie lüfte ich richtig bei Epoxidharz?

Aktiv statt passiv: Ein gekipptes Fenster reicht in der Regel nicht. Die Luft soll von deinem Arbeitsplatz nach draußen strömen, nie über das Harz zu dir. Am wirksamsten ist eine Absaugung nah an der Quelle, die Dämpfe erfasst, bevor sie deinen Atembereich erreichen, und sie nach draußen leitet. Querlüften, ein Ventilator oder Stoßlüften alle 30 bis 60 Minuten unterstützen, ersetzen aber nicht die Lüftung, die deine Produkte und Arbeitsschritte verlangen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 7, Seite 91 bis 92.

Welche Temperatur braucht Epoxidharz?

Ideal sind 18 bis 22 °C Raumtemperatur und 40 bis 60 % Luftfeuchtigkeit. Harz und Härter sollten dieselbe Temperatur haben wie der Raum, deshalb lässt du sie mindestens 12, besser 24 Stunden akklimatisieren. Unter 18 °C wird das Harz dicker und härtet langsamer, über 28 °C läuft die Reaktion zu schnell, und es entstehen mehr Dämpfe. Über 60 % Luftfeuchtigkeit droht Amine Blush, ein wachsartiger Film; gibt dein technisches Datenblatt andere Werte an, gilt das Datenblatt.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 7, Seite 89.

Ist Epoxidharz giftig für Katzen, Hunde und andere Haustiere?

Flüssiges Harz und Härter können auch Haustieren schaden, etwa wenn sie Pfotenabdrücke im frischen Guss hinterlassen oder verschmutzte Flächen ablecken. Dein Arbeitsraum sollte deshalb abschließbar oder klar erkennbar tabu sein, besonders für Kinder und Tiere. Gib Haustieren auch keinen Zugang zur Aushärtezone, solange das Harz noch Dämpfe abgibt. Harz, Härter und Abfälle lagerst du in einem abschließbaren Schrank, damit Tiere nichts umstoßen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 7, Seite 84, 87 und 99; Kapitel 10, Seite 117 und 124.

Mischen und Gießen

6 Fragen
Wie viel Epoxidharz brauche ich für mein Projekt?

Das rechnest du aus dem Volumen deiner Form und der Dichte des Harzes aus. Für geometrische Formen wie Rechtecke, Kreise oder Kugeln hilft ein kostenloser Online-Rechner für Epoxidharz. Bei Silikonformen füllst du die Form mit Wasser, misst die Menge in Millilitern und rechnest: benötigtes Harz in Gramm gleich Wasservolumen in Millilitern mal Dichte in g/cm³, zum Beispiel 100 ml mal 1,10 g/cm³ gleich 110 g angemischtes Harz und Härter. Die genaue Dichte steht im technischen Datenblatt, und wenn du dir die Volumen deiner Formen notierst, planst du künftig genauer und mischst nur, was du wirklich brauchst.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 32; Kapitel 10, Seite 121.

Epoxidharz mischen: nach Gewicht oder nach Volumen?

So, wie es dein technisches Datenblatt angibt: Steht dort ein Gewichtsverhältnis, wiegst du; nur bei einem Volumenverhältnis, oft 1:1, misst du nach Volumen. Harz und Härter haben unterschiedliche Dichten. Misst du ein Gewichtsverhältnis nach Volumen ab, stimmt das Verhältnis auf molekularer Ebene nicht, und viele Moleküle finden keinen Reaktionspartner. Für kleine Projekte brauchst du eine Feinwaage mit 0,1 g Genauigkeit, für größere Güsse reicht 1 g.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 23 bis 24.

Wie lange muss ich Epoxidharz rühren?

Mit der 3/3-Mischmethode: drei Minuten rühren, in einen sauberen Becher umfüllen und noch einmal drei Minuten rühren. Rühr gleichmäßig in Spiralen und streich immer wieder Boden und Wände ab, denn dort bleiben ungemischte Reste hängen. Zu kurzes Mischen führt zu klebrigen Stellen, milchigen Trübungen oder weichen Bereichen. Die Verarbeitungszeit läuft ab dem Moment, in dem Harz und Härter zusammenkommen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 25 bis 26.

Was bedeutet Topfzeit bei Epoxidharz?

Die Topfzeit ist die Zeitspanne, in der ein frisch angemischtes Epoxidharz im Mischbecher gut verarbeitbar bleibt. Sie endet, wenn die Mischung deutlich eindickt, meist wenn sich die ursprüngliche Viskosität verdoppelt hat, und wird als technischer Kennwert im Labor gemessen, etwa mit 100 Gramm bei konstanter Raumtemperatur. Die Verarbeitungszeit, in der du das Harz auch nach dem Ausgießen noch gestalten kannst, ist in der Praxis meist länger, weil das Harz in dünner Schicht langsamer reagiert. Starte beim Mischen einen Timer und misch nur so viel an, wie du in 15 bis 20 Minuten verarbeiten kannst.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 32; Checkliste Nr. 1 und 2, Seite 186 bis 187; Lexikon, Seite 218.

Wie dick darf ich Epoxidharz gießen?

So dick, wie es das technische Datenblatt deines Harzes als maximale Gießhöhe angibt. Grob gilt: Top-Coat-Harz 1 bis 5 mm, Standard-Gießharz 0,5 bis 2 cm, Deep-Pour-Harz 2 bis 5 cm und Ultra-Deep-Pour-Harz bis etwa 10 cm. Gießt du ein Harz für dünne Schichten deutlich dicker, kann es kritisch überhitzen, denn je dicker die Schicht, desto mehr Wärme staut sich. Mehrere dünnere Schichten geben die Wärme kontrollierter ab und machen weniger Blasen, Verfärbungen und Risse.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 29 bis 31; Kapitel 7, Seite 96.

Warum wird Epoxidharz beim Mischen heiß?

Weil die Aushärtung eine exotherme Reaktion ist: Sie setzt Wärme frei, und Wärme beschleunigt die Reaktion weiter. Je mehr Harz du auf einmal anmischst oder gießt, desto heißer wird es im Inneren; bei großen Mengen sind 100 °C und mehr keine Ausnahme, und schon bei 5 cm Füllhöhe im Becher können es je nach System in wenigen Minuten über 80 °C werden. Wähl ein Harz, das zu deiner Gießhöhe passt, und arbeite mit kleinen Portionen und flachen Gefäßen. Misch nur so viel an, wie du in 15 bis 20 Minuten verarbeiten kannst.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 27 bis 32.

Probleme lösen

4 Fragen
Epoxidharz raucht oder kocht im Becher: Was tun?

Heb den Becher nicht hoch und halte alle Personen fern. Warnzeichen sind ein plötzlich sehr heißer Becher, Blasen wie bei kochendem Wasser, sichtbare Dämpfe und ein scharfer Geruch. Bei Feuer, starkem Rauch oder jedem Zweifel an deiner Sicherheit verlässt du den Raum und rufst die Feuerwehr; bleib nicht drinnen, um zu lüften. Heißes oder noch reagierendes Harz kommt nie in den Müll, du lässt es erst vollständig abkühlen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 27; Kapitel 7, Seite 96.

Warum wird Epoxidharz nicht hart oder bleibt klebrig?

Meist liegt es am falschen Mischverhältnis, an zu kurzem Rühren oder an zu niedriger Temperatur. Ist zu viel Harz im Spiel, bleiben Epoxidgruppen ohne Reaktionspartner, die Oberfläche bleibt klebrig, und das lässt sich auch mit Zeit nicht mehr beheben. Schlecht gemischte Bereiche führen zu klebrigen Stellen oder weichen Zonen, und unter 18 °C härtet Harz langsamer, manche Systeme reagieren unter 15 °C nicht mehr richtig. Auch zu altes Harz kann unvollständig aushärten; fass klebriges Harz nur mit Handschuhen an, denn nicht ausgehärtetes Harz kann die Haut noch reizen oder sensibilisieren.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 23 bis 26; Kapitel 7, Seite 89; Kapitel 10, Seite 118.

Wie bekomme ich Luftblasen aus Epoxidharz?

Lass die Mischung nach dem Rühren einen Moment stehen, dann steigen viele feine Blasen von selbst an die Oberfläche. Achte darauf, dass Harz und Härter Raumtemperatur haben, denn zu kalte Komponenten sind dickflüssig, und Luft entweicht schlechter. Gieß lieber mehrere dünnere Schichten als eine dicke, das reduziert Blasen deutlich. Bläschen an der Oberfläche lassen sich direkt nach dem Gießen mit einem Gasbrenner (Torch) oder Heißluftföhn lösen, aber nie in der Nähe von Trockenblumen, Alkohol, Sprays oder anderen brennbaren Stoffen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 26 und 31; Kapitel 7, Seite 90 und 95.

Epoxidharz ist milchig oder kristallisiert: Was tun?

Erwärme den verschlossenen Behälter im Wasserbad, denn meist ist das Harz nur kristallisiert, und das ist eine physikalische Veränderung, kein Produktfehler. Wie Honig in einer kalten Speisekammer ordnen sich Moleküle zu festen Strukturen, fast immer im Harz (Komponente A), begünstigt durch Kälte und Temperaturschwankungen. Stell den Behälter etwa zur Hälfte in 50 bis 60 °C warmes Wasser, nie ganz untertauchen, dreh ihn regelmäßig, bis alles klar ist, und lass das Harz vor dem Mischen auf Raumtemperatur abkühlen. Lösen sich die Kristalle nicht auf, verwendest du das Harz nicht und fragst den Hersteller.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 10, Seite 118 bis 120.

Nachbearbeitung

3 Fragen
Wie lange muss Epoxidharz aushärten, und wann darf ich schleifen?

Schleifen solltest du erst, wenn das Harz vollständig ausgehärtet ist; bei Raumtemperatur erreichen viele Epoxidharze ihre volle Festigkeit nach etwa einer Woche, manche erst nach mehreren Wochen. Die genaue Zeit steht im technischen Datenblatt deines Harzes, und je nach Harz kann die endgültige Shore-Härte erst nach 7 bis 30 Tagen erreicht sein. In der Phase der ersten Festigung ist das Werk zwar anfassbar, aber Schleifen und Polieren gehören noch nicht dazu. Schleifstaub von nicht ausgehärtetem Harz kann noch chemisch reaktiv sein.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 38; Kapitel 8, Seite 104; Kapitel 9, Seite 112.

Ist Staub beim Epoxidharz-Schleifen gefährlich?

Ja, Schleifstaub aus Epoxidharz ist so fein, dass er tief in die Atemwege gelangen kann. Die DGUV empfiehlt mindestens P2 oder FFP2, ich empfehle P3, dazu eine Schutzbrille. Der Staub kann noch reaktiv sein, wenn das Harz nicht vollständig ausgehärtet war, und enthält oft Pigmentreste und Zusatzstoffe. Schleif mit Absaugung, am besten mit einem Entstauber der Staubklasse M oder H. Auch beim Nassschleifen trägst du Nitrilhandschuhe, und Schleifschlamm oder Harzreste kippst du nie ins Spülbecken.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 7, Seite 100; Kapitel 8, Seite 104.

Sind Pigmente und Glitzer im Epoxidharz gefährlich?

Als Staub ja: Pigment- und Glitzerpartikel können eingeatmet werden und die Atemwege reizen. Mineralische Pigmente können je nach Herkunft Verunreinigungen enthalten. Kauf deshalb nur bei Anbietern, die den Inhalt offenlegen und ein Sicherheitsdatenblatt liefern. Pulver wiegst und rührst du nie ohne Atemschutz und Handschuhe ein, auch kleine Mengen nicht.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 8, Seite 104 bis 105.

Alltag und Nutzung

5 Fragen
Wie lange riecht Epoxidharz, und wie lange sollte ein Werk auslüften?

Der Geruch ist oft schon nach ein bis zwei Stunden verflogen, die Stoffe bleiben aber noch lange aktiv. Ein frisch gegossenes Werk gibt Dämpfe ab, auch wenn es sich schon fest anfühlt, deshalb stellst du es mindestens eine Woche lang nicht in Wohn- oder Schlafräume. Lass es an einem belüfteten Ort aushärten, denn bei Raumtemperatur erreichen viele Epoxidharze ihre volle Festigkeit erst nach etwa einer Woche und können so lange noch leicht riechen. Ob es riecht, ist dabei kein Maßstab für die Sicherheit.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 38; Kapitel 4, Seite 56 bis 57; Kapitel 7, Seite 85 und 99; Kapitel 9, Seite 112.

Ist Epoxidharz lebensmittelecht?

Nicht pauschal. Für alles, was mit Lebensmitteln in Berührung kommt, gelten in der EU strenge Regeln: Es darf keine Stoffe in gesundheitsschädlichen Mengen abgeben. Seit 2025 gelten zusätzlich neue EU-Regeln zu Bisphenolen, die viele Epoxidharze betreffen. Die Angabe „lebensmittelecht“ gilt nur für die geprüften Bedingungen, zum Beispiel kurzen Kontakt mit kalten, trockenen Lebensmitteln. Für ein Schneidebrett, Servierbrett oder Tablett gilt: Das Werk muss vollständig ausgehärtet sein, die Kontaktschicht darf keine Pigmente oder Glitzer enthalten, und willst du es verkaufen, brauchst du Unterlagen, die das fertige Werk abdecken, nicht nur das Harz. Ein Esstisch aus richtig gemischtem, vollständig ausgehärtetem Epoxidharz gilt als chemisch stabil, gehört aber in der ersten Woche nach dem Gießen nicht in Wohnräume. Meine Empfehlung: keine heißen, fettigen oder sauren Lebensmittel und keine Spülmaschine.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 38; Kapitel 9, Seite 113; Kapitel 10, Seite 123.

Ist Epoxidharz spülmaschinenfest?

Nein, Resin-Kunst gehört nicht in die Spülmaschine. Ausgehärtetes Epoxidharz ist ein Duroplast, und viele Kunstharze werden schon bei überraschend niedrigen Temperaturen weich. Hitze, Feuchtigkeit und scharfes Spülmittel können die Oberfläche stumpf oder rau machen, und das Werk kann sich verziehen. Reinige Epoxidharz-Werke von Hand mit milder Seife und einem weichen Tuch.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 9, Seite 112 bis 114.

Vergilbt Epoxidharz in der Sonne?

Ja, UV-Licht kann Epoxidharz mit der Zeit vergilben lassen, auch hochwertiges, UV-stabilisiertes Harz. Das ist ein natürlicher chemischer Prozess, denn auch die besten UV-Stabilisatoren haben ihre Grenzen. Halte Werke deshalb aus dauerhafter direkter Sonne, stell sie besser auf die Schattenseite des Raums und nutze sie nicht dauerhaft im Freien, wenn sie nicht dafür gemacht sind. Für den Außenbereich braucht Epoxidharz eine UV-beständige Versiegelung.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 2, Seite 36; Kapitel 9, Seite 112 und 114.

Kann ein Werk aus Epoxidharz in der Sonne wie ein Brennglas wirken?

Ja, klare, gewölbte Stücke wie Kugeln oder Kuppeln können Sonnenlicht wie ein Brennglas bündeln. Das gebündelte Licht kann heiß genug werden, um Papier oder Stoff zu entzünden oder Holz anzusengen. Stell solche Werke deshalb nicht auf die Fensterbank und nicht in direkte Sonne. Lass sie auch nie im geparkten Auto liegen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 9, Seite 112.

Lagerung und Entsorgung

2 Fragen
Wie lagere ich Epoxidharz richtig?

Trocken, frostfrei, ohne direkte Sonne und am besten konstant bei 18 bis 22 °C, sofern dein technisches Datenblatt nichts anderes sagt. Schließ jedes Gebinde direkt nach Gebrauch, denn Härter reagiert mit der Feuchtigkeit in der Luft, und stell Harz und Härter in getrennte, auslaufsichere Wannen, abschließbar, außer Reichweite von Kindern und getrennt von Lebensmitteln. Schreib das Öffnungsdatum auf jedes Gebinde und prüf die Haltbarkeit auf dem Etikett oder im technischen Datenblatt; bist du unsicher, machst du eine Gießprobe mit etwa 100 g. Füll Harz oder Härter nie in andere Behälter um, schon gar nicht in Lebensmittelverpackungen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 10, Seite 117 bis 118.

Wie entsorge ich Epoxidharz-Reste und ausgehärtetes Epoxidharz?

Flüssige Reste von Harz und Härter sind Sondermüll; richtig gemischtes, vollständig ausgehärtetes und abgekühltes Epoxidharz darf meist in den Restmüll, wo die örtlichen Regeln das erlauben. Flüssiges bringst du zum Schadstoffmobil oder Wertstoffhof, nie in den Müll oder in den Abfluss, und Flaschen mit flüssigen Resten gehören ebenfalls dazu. Kleine Reste mischst du im richtigen Verhältnis an und lässt sie in einem offenen Silikonbecher an einem sicheren, belüfteten Ort aushärten; größere Mengen nicht, sie können sehr heiß werden. Noch warmes oder reagierendes Harz verschließt du nie.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 10, Seite 123 bis 124.

Hinweis: Entsorgungsregeln unterscheiden sich je nach Ort. Frag bei deiner Kommune nach. Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung.

Verkaufen

1 Frage
Resin-Kunst verkaufen: Was muss ich beachten?

Verkaufst du in der EU unter eigenem Namen, behandelt dich die Produktsicherheitsverordnung (GPSR) seit dem 13. Dezember 2024 als Hersteller, egal wie klein dein Geschäft ist. Vor dem Verkauf machst du eine interne Risikoanalyse, auch für die eingebetteten Materialien, und legst technische Unterlagen an, die du zehn Jahre aufbewahrst. Jedes Produkt braucht eine Kennung wie eine Chargen- oder Seriennummer, deinen Namen, deine Postanschrift und deine E-Mail-Adresse. Gelegentliche, nicht gewerbliche Hobbyverkäufe und Originalkunstwerke können je nach Fall ausgenommen sein, Untersetzer, Tabletts oder Schmuck fallen aber sehr wahrscheinlich darunter. Gesetzlich verlangt ist auch, dass du deine Lieferanten kennst und benennen kannst; dringend empfohlen sind nur Produkte mit vollständigem Sicherheitsdatenblatt und eine Notiz zu jedem Werk, welche Materialien darin stecken.

Fundstelle: Safe Resin Art, Kapitel 9, Seite 109.

Hinweis: Das ist ein Überblick aus dem Buch, keine Rechtsberatung.

Noch Fragen zu Safe Resin Art?

3 Fragen
Worum geht es im Buch Safe Resin Art?

Safe Resin Art von Natalie Pikul ist ein Sachbuch über sicheres Arbeiten mit Epoxidharz, sie nennt es ihre Bibel für Epoxidharz. Es führt dich von der Chemie über Atem-, Haut- und Augenschutz, Arbeitsplatz, Feinstaub und Produktsicherheit bis zu Lagerung und Entsorgung. Über 25 Künstler und Woodworker aus der Szene teilen darin ihre Arbeitsroutinen und Schutzmaßnahmen. Safe Resin Art will keine Angst machen, es geht um Wissen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Prolog, Seite 9 bis 10; Inhaltsverzeichnis.

Für wen ist Safe Resin Art geschrieben?

Für dich, wenn du mit Resin Art anfangen und von Anfang an bewusst und sicher mit Epoxidharz arbeiten willst. Genauso, wenn du schon länger gießt und spürst, dass mehr Schutz, mehr Wissen und mehr Verantwortung dazugehören, oder wenn du dein Wissen an Follower, Kursteilnehmer oder Kunden weitergibst. Jedes Kapitel steht für sich, du kannst also jederzeit mittendrin einsteigen. So wird das Buch zu deinem persönlichen Nachschlagewerk.

Fundstelle: Safe Resin Art, Leseanleitung, Seite 8; Prolog, Seite 10.

Gibt es eine Sicherheits-Checkliste für Epoxidharz zum Ausdrucken?

Ja, das Bonuskapitel enthält vier Sicherheits-Checklisten zum Ausdrucken. Sie begleiten dich vor dem Gießen, während der Arbeit und nach dem Gießen, dazu kommt eine Spezial-Checkliste für sicherheitsrelevante Punkte. Hier auf der Seite kannst du alle vier kostenlos als PDF herunterladen.

Fundstelle: Safe Resin Art, Bonuskapitel, Seite 185 bis 189.

Hier stehen die Kurzantworten. Im Buch findest du zu jedem Thema die ganze Erklärung, die Quellen, die vier Checklisten und die Erfahrungen von über 25 Künstlern.

Alle Antworten ausführlich im Buch
Fragen? HilfeHilfe