Warum Hautkontakt so tückisch ist
Reaktive Bestandteile von Harz und Härter können die oberste Hautschicht durchdringen und sich an körpereigene Eiweiße binden. Dein Immunsystem erkennt diese veränderten Eiweiße als fremd und bildet Abwehrzellen: Du bist sensibilisiert. Das passiert oft völlig unbemerkt, ohne Brennen, ohne Jucken, ohne sichtbare Spuren. Beim nächsten Kontakt kann deine Haut mit Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Bläschen reagieren.
Wiederholter Kontakt erhöht das Risiko, aber es gibt keinen vorhersehbaren Countdown, und nicht jeder wird sensibilisiert. Dauerhaft ist die Sensibilisierung: Laut DGUV bleibt sie lebenslang. Der Ausschlag heilt ab, wenn du den Kontakt meidest, kommt aber beim nächsten Kontakt schnell wieder.
Diese Handschuhe sind nicht geeignet
- Latexhandschuhe: Epoxidharz kann durch sie hindurchdringen.
- Dünne Vinyl-Einweghandschuhe: Sie schützen nur kurz und werden schnell undicht.
- Sehr dünne Einweghandschuhe: Sie reißen leicht und sind höchstens Spritzschutz.
- Stoffhandschuhe: Sie saugen das Harz auf und halten es auf deiner Haut.
Die richtige Wahl: Nitril, am besten doppelt
Chemikalienbeständige Nitrilhandschuhe sind reißfest, in verschiedenen Stärken erhältlich und lassen dir trotzdem ein gutes Tastgefühl. Ideal ist eine lange Stulpe für den Unterarm. Die Passform sitzt eng, aber nicht einschnürend. Ein Trick aus der Praxis ist die Doppelhandschuh-Technik: zwei Paar Nitrilhandschuhe übereinander, das äußere eine Nummer größer. Bekommt das äußere Paar Harz ab, ziehst du es vorsichtig aus, prüfst das innere Paar und ziehst ein frisches äußeres Paar an.
Trag Handschuhe nicht zu lange. Harz kann unbemerkt durch kleinste Risse dringen. Wechsle sie regelmäßig und sofort, wenn Harz daraufkommt. Prüf sie vor jedem Einsatz auf Risse, Löcher und spröde Stellen. Fass dir mit Handschuhen nie ins Gesicht, und zieh sie so aus, dass deine Haut die Außenseite nicht berührt.
Harz auf der Haut: sofort handeln
Hör sofort auf zu arbeiten, dein Kunstwerk kann warten. Tupfe das Harz mit einem sauberen, trockenen Papiertuch ab, ohne zu reiben. Spül die Stelle mindestens 5 Minuten unter fließendem, lauwarmem, nicht heißem Wasser, bei Härter oder Brennen mindestens 15 Minuten, und wasch danach mit milder Seife nach. Maßgeblich ist Abschnitt 4 des Sicherheitsdatenblatts. Nimm niemals Aceton, Alkohol oder Lösemittel, sie können das Harz tiefer in die Haut tragen. Zeigen sich Rötung, Juckreiz, Bläschen oder Schwellung, geh zum Arzt, am besten zu einem Hautarzt mit Erfahrung bei Kontaktallergien, und nimm die Sicherheitsdatenblätter mit.
Kleidung und Hautpflege
Lange Ärmel, eine lange Hose und bei Bedarf eine Schürze verhindern direkten Hautkontakt. Arbeite nie in deiner Alltagskleidung, und bring keine verschmutzten Textilien in Wohn- oder Schlafräume. Nach der Arbeit wäschst du die Hände mit milder Seife und lauwarmem Wasser und trägst eine rückfettende Creme auf.
Häufige Fragen
Kann man von Epoxidharz eine Allergie bekommen?
Ja, viele Bestandteile von Harz und Härter können die Haut sensibilisieren, und diese Sensibilisierung bleibt laut DGUV lebenslang. Sie entsteht oft unbemerkt, ohne Brennen oder Jucken. Beim nächsten Kontakt kann die Haut mit Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Bläschen reagieren. Wiederholter Kontakt erhöht das Risiko, aber es gibt keinen vorhersehbaren Countdown, und nicht jeder wird sensibilisiert.
Schützt eine Hautschutzcreme vor Epoxidharz?
Nein, eine Hautschutzcreme ersetzt keine Handschuhe. Eine Creme, die für die Arbeit mit Chemikalien gedacht ist, kann höchstens die Reinigung erleichtern, einfache Handcreme reicht dafür nicht. Was dich wirklich schützt, sind geeignete Handschuhe, lange Ärmel und eigene Arbeitskleidung.